Billy-Jenkins-Ecke
Der Artist Erich Rudolf Otto Rosenthal (1885-1954) wurde unter dem Pseudonym „Billy Jenkins“ bekannt. Er war Kunstreiter, Schütze, Lassowerfer, Greifvogeldresseur und Titelheld der gleichnamigen Groschenromane. Sein Vater Georg Rosenthal war Artist und Schausteller, der in dem Berliner Vorort Konradshöhe (Habichtstraße 8) das Restaurant „Süßmilch“ betrieb. Dort richtete er in den 1930er die „Billy-Jenkins-Farm“ ein, um Greifvögel zu dressieren.
Rosenthal, halbjüdischer Herkunft, nannte sich ab 1933 offiziell nach dem Mädchennamen seiner Mutter „Fischer“ und wurde unter diesem Namen Mitglied der NSDAP. Der „König der Cowboys“ trat in zahlreichen Varietés und Zirkussen auf und galt seit den 1920er Jahren als ein weltbekannter Greifvogeldresseur.
Rosenthal wurde auch durch die „Billy-Jenkins-Romane“ bekannt. Obwohl er nur seinen Künstlernamen und sein Foto zur Verfügung stellte, suggerieren diese kommerziell äußerst erfolgreichen Trivialromane dem Leser, dass der Titelheld die Abenteuer selbst erlebt habe. So wurde „Billy Jenkins“ zu einer beim Publikum beliebten mythischen Gestalt.
Nach Kriegsende wohnte Rosenthal zunächst in Hof, dann in Köln, wo er schließlich 1954 verstarb.
Das Museum zeigt zahlreiche Postkarten, Autographen, Originalstücke, Souvenirs, Romane mit Originalwidmung sowie Mobiliar aus dem früheren Privatbesitz des Künstlers.


