Germanisches Gehöft
Auf dem Freigelände des Museums befindet sich das germanische Gehöft, eine in Ausmaß, Bauweise und Inneneinrichtung original nachgebildete Wohnanlage der Semnonen. Der Germanenstamm der Semnonen war von circa 500 v.Chr. bis circa 500 n.Chr. im Berliner Raum ansässig. Am Waidmannseck und auf dem Mühlenberg, unweit vom Museum, hat man Spuren germanischer Siedlungen gefunden.
Das Hauptgebäude des Gehöfts ist das Wohnstallhaus. Es hat eine Breite von sechs und eine Länge von fünfzehn Metern. Die Wände bestehen aus lehmverstrichenem Flechtwerk. Das Dach wird von einem kräftigen Holzpfostengerüst getragen und von Strohmatten abgedeckt.
Der Wohntrakt mit Feuerstelle diente als Raum zum Kochen, Essen, Schlafen und Arbeiten.
Gegenüber dem Haupthaus steht ein eingetieftes Grubenhaus mit einer Grundfläche von etwa zwölf Quadratmetern. Es diente als Web- und Spinnhaus. Zweck der Vertiefung war, die für die Textilverarbeitung günstige feuchte Wärme zu erhalten.
Zwischen den beiden Häusern steht der auf Pfosten errichtete Speicher. Die erhöhte Plattform verhinderte das Heraufklettern von Schädlingen.



